Omar Tarlaui

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Omar

 

Omar Tarlaui ist der ältere unserer beiden Nomaden-Führer und ungefähr 1976 geboren. Die Mutter von Omar hatte aus der ersten Ehe drei Söhne und eine Tochter. Omar ist der Zweitgeborene. Sein Vater starb, als Omar etwa fünf Jahre alt war. Die Mutter heiratete ein zweites Mal, gebar eine weitere Tochter und nochmals zwei Söhne.

 

Bis 2002 lebten alle Familienmitglieder als Nomaden. Aufgrund der grossen Trockenheit damals zog die Familie nach Zagora, um bei der Dattelernte mitzuarbeiten und so etwas Geld zu verdienen. Die 30 Ziegen wurden verkauft und die Familie lebte in ihrem Zelt am Stadtrand. Die Mutter entschloss sich, zusammen mit den Kindern aus der ersten Ehe, in Zagora zu bleiben. Die Familie lebt heute ungefähr drei Kilometer ausserhalb des Ortes in einem traditionellen Lehmhaus. Die restlichen Familenmitglieder leben wieder als Nomaden.

 

Im Herbst 2007 wurde die Siedlung an das elektrische Netz angeschlossen. Das Wasser musste bis vor kurzem mit einem Esel aus einem Sodbrunnen circa eine halbe Stunde entfernt geholt werden, seit Anfang diesen Jahres (2008) kommt ein- bis zweimal pro Woche ein Tankwagen mit Trinkwasser vorbei.

Frau Chera mit Khadija

Hanan (rechts) und Chera mit Khadja (links)

 

Omar ist verheiratet mit Chera und hat drei Töchter mit Namen Hanan, geboren 2005, Khadija geboren 2009 und Fatima geboren 2011. Er ist das Oberhaupt der Familie und verantwortlich für sie (neben seiner Frau und den drei Töchtern gehören auch die Mutter, zwei Schwestern und ein Bruder dazu). Cheras Eltern und Geschwister leben nach wie vor als Nomaden.

 

Omar arbeitete fünf Jahre als 'Chamelier' für ein Hotel in Zagora und war einer der ersten, der im Auftrage des Hotels längere Wüstentouren durchführte. Aber er fühlte sich ausgenutzt und versucht seit 2006 selbständig zu arbeiten. Auch sein Bruder möchte als Wüstenführer arbeiten. Seine beiden Schwestern weben Teppiche aus Stoffresten.

 

Omar ist zwar Analphabet, hat aber ein enormes Wissen über die Wüste. Er kennt seine Routen über eine Länge von mehreren hundert Kilometern entlang der algerisch-marokkanischen Grenze und bis tief in das Landesinnere hinein genauestens. Er findet jede Wasserstelle, kennt alle Pflanzen und auch deren Heilwirkungen. Er erkennt jede Tierspur, ist ein Experte in der Dressur von Dromedaren und sehr sicher und ruhig im Umgang mit den Tieren.

 

Durch seine souveräne Ausstrahlung vermittelt er seinen Mitreisenden ein Gefühl der absoluten Sicherheit. Und wenn seine Französisch-Kenntnisse auch minim sind, so ist das für die Verständigung dank der Zusammenarbeit mit Youssef kein Problem.

 

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Über Youssef
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