Ein Tag in der Wüste

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Tagwache ist zwischen sieben und halb acht Uhr morgens (um diese Zeit kann es noch empfindlich kühl sein). Nach einer 'Katzenwäsche' erfolgt das Frühstück: Brot, das am Vortag gebacken wurde, Kaffee, Tee, Konfitüre, Käse und Olivenöl. Die Länge der Tagestour wird besprochen. Dann wird zusammengepackt und die Dromedare werden beladen. Ungefähr um acht Uhr ist Abmarsch und es folgt eine Wanderung oder ein Ritt auf dem Dromedar von vier bis fünf Stunden, es werden dabei 15 oder mehr Kilometer zurückgelegt.

 

Ca. ab 12 oder 13 Uhr ist Mittagsrast. Die Dromedare werden entladen und die Führer binden ihnen die Füsse zusammen, damit sie beim Weiden nicht zu weit weglaufen können. Nun gibt es Pfefferminz- oder Kräutertee mit viel Zucker, dazu Datteln, Orangen und Biskuits. Das Mittagessen besteht aus einem frisch zubereiteten und schön angerichteten Salat mit geschälten Tomaten, Gurken und Karotten, dazu Brot und zum Beispiel Sardinen aus der Büchse. Danach ist Zeit für eine Siesta.

 

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Sie können auf eigene Faust kleine Wanderungen unternehmen und die Gegend erkunden (Vergewissern Sie sich, dass Sie den Lagerplatz wieder finden). Schöne Steine sind anzuschauen und je nach Gegend gibt es auch alte Topfscherben und Fossilien. Sie können auch schreiben, zeichnen oder ein Tagebuch führen. Möchte jemand im Zelt schlafen, so wird dieses aufgebaut. Bei Wind oder sollte es einmal regnen, wird ein grosses Küchenzelt erstellt. Am Nachmittag backt Omar frisches Brot in einer Erdhöhle oder Sandmulde. Für das wärmende Feuer wird Holz gesammelt. Zur Ausrüstung gehört auch ein Gaskocher, auf dem z. B. Couscous und Gemüse (Tajine) gekocht werden. An den ersten zwei bis drei Tagen werden Rindfleischspiesse am Feuer gegrillt. Es gibt Tee, eventuell Mineralwasser oder Wasser aus einem Brunnen, das selbst gereinigt werden muss.

 

Gegen Abend heisst es, den Schlafplatz von Steinen zu befreien, um eine möglichst 'druckfreie' Schlafstatt zu haben. Um sechs Uhr abends wird es dunkel, gegessen wird etwa um sieben Uhr. Licht spenden nur Kerzen, Taschenlampen oder der Mond, wird Holz gefunden, dann gibt es ein Feuer. Gegen halb neun Uhr werden die Dromedare zurückgeholt, damit sie sich in Lagernähe hinlegen. Omar bindet ihnen das linke Bein hoch, so können sie zwar aufstehen, aber auf drei Beinen nicht weit weglaufen. Um circa 21 Uhr ist Schlafenszeit. Wenn Sie im Freien übernachten, liegen Sie unter einem grandiosen Sternenhimmel. Es herrscht absolute Stille, nur unterbrochen vom Geräusch der wiederkäuenden Dromedare. Im Laufe der Nacht kühlt es empfindlich ab: Im Januar beispielsweise ist es tagsüber 25 bis 30 Grad warm und in der zweiten Nachthälfte kann es bis drei Grad Celsius unter Null kalt werden.

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Literatur:

© Kameltrekking Sahara